Rettungshunde bei der DLRG

Rettungshunde sind darauf trainiert, Menschen in verschiedenen Gebieten zu suchen und zu finden. Hierbei suchen die Hunde nach menschlicher  Witterung . Sie ermöglichen so  ein schnelles  Auffinden der Opfer. Es gibt grundsätzlich vier verschiedene Einsatzgebiete für Rettungshunde:

  • Wasserortung
  • Uferrandsuche und Flächensuche
  • Suche in hochwassergefährdeten Gebäuden und Trümmern
  • auf der Spur (Mantrailing)

In der DLRG-Ortsgruppe Bad Aibling kommen hauptsächlich Flächensuchhunde und Mantrailer zum Einsatz. Deutschlandweit ist das MANTRAILING derzeit noch unterdurchschnittlich vertreten, setzt sich aber wegen der positiven Erfahrungen immer mehr durch. Auch der Bereich Wasserortung ist ein weiteres, vielversprechendes Betätigungsfeld für Rettungshunde.

Bei der Wasserortung wird der Rettungshund zur Unterstützung der Einsatztaucher bei der Suche nach Personen unter Wasser eingesetzt.

Ein auf menschlichen Geruch und Leichengeruch konditionierter Rettungshund, der mit dem Boot über das Wasser gefahren wird, zeigt unter Berücksichtigung der physikalischen Umwelt-bedingungen (Wind, Strömung, Temperatur) den Ort an, an dem der Geruch einer unter Wasser befindlichen Person aus dem Wasser aufsteigt und für ihn bemerkbar ist. Es gibt dokumentierte Funde bis 38m Wassertiefe. Die Wasserortung grenzt das Suchgebiet ein, so dass Einsatztaucher effektiver und ressourcen-sparender eingesetzt werden können. Ist die Untergangsstelle der vermissten Person jedoch bereits annähernd bekannt, sollten die Einsatztaucher ohne Zeitverzögerung sofort mit der Suche beginnen. In der kalten Jahreszeit sind dieser Ortung physikalische Grenzen gesetzt (Umkehrung der Temperaturschichtung unter Eisdecken).

Bei der Uferrand- und Flächensuche sucht der frei „stöbernde" Rettungshund im Uferbereich oder in Flächen nach menschlichem Geruch und zeigt gefundene Personen durch Verbellen („Verbeller") oder durch Heranholen des Hundeführers („Rückverweiser" oder „Freiverweiser" bzw. „Bringsler") an. Um Jogger, normale Spaziergänger oder Radfahrer auszuschließen, wird der Rettungshund bei der Ausbildung darauf trainiert nur Personen anzuzeigen, die sich nicht oder nur noch langsam bewegen. Aber auch der gestürzte Radfahrer, der umgekippte Rollstuhlfahrer oder die neben seinem Rollator liegende hilflose Person werden vom Rettungshund angezeigt.

Der Vorteil des Rettungshundes liegt hier insbesondere in seiner Schnelligkeit und der Tatsache, dass er menschlichen Geruch über längere Strecken wahrnehmen kann. Er selektiert bereits am Geruchsbild, ob die Person sich noch bewegt oder (fast) bewegungslos an einer Stelle verharrt.

Die Gebäude- und Trümmersuche zielt auf die schnelle Ortung von Personen. Der Rettungs-hund durchstöbert selbstständig Gebäude und für ihn erreichbare Räume, um dort Personen anzuzeigen, die sich nicht mehr bewegen oder sich vor den Einsatzkräften verbergen wollen (z.B. bei Zwangsevakuierungen in hochwassergefährdeten Bereichen).

Bei der Trümmersuche betritt lediglich der Rettungshund den Trümmerkegel bis er menschlichen Geruch anzeigt. Dann markiert der Hundeführer den Anzeigeort, so dass die Rettungskräfte sich von dort aus zu den vermissten Personen vorarbeiten können. Die besondere Struktur von Trümmern mit Geruchskanälen und -versetzungen sind bei der Beurteilung der Lage zu berücksichtigen.

Im Mantrailing verfolgt der Hund an Hand eines vom Hundeführer ermittelten Geruchsgegenstandes die Spur einer bestimmten Person. Er orientiert sich dabei an den vom Menschen hinterlassenen Geruchsspuren aus feinsten Körperzellen, Hautschuppen, Haaren und ähnlichem. Der Mensch verliert pro Minute ca. 40.000 abgestorbene Körperzellen, die mit seinem individuellen Geruch behaftet langsam zu Boden fallen und dort den Umwelteinflüssen ausgesetzt sind.  

Somit kann der Mantrailer Hinweise liefern, in welche Richtung die vermisste Person sich gewandt hat, ob sie an einer bestimmten Stelle ins Wasser gegangen ist oder sich am Ufer weiter bewegt hat.

Mantrailer werden i.d.R. immer zusammen mit Flächensuchhunden eingesetzt werden, damit diese nicht begehbare Flächen (Dickicht, Sumpf, Schilf) umrunden und durchstöbern können.

Rettungshundearbeit bedeutet Teamarbeit zwischen Hund und Hundeführer, denn nur als Team können sie erfolgreich arbeiten. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert etwa zwei Jahre und die Prüfung muss periodisch wiederholt  werden. Die gesamte Ausbildung dauert jedoch ein ganzes Hundeleben lang und orientiert sich z.B. an den Richtlinien des Deutschen Rettungshundevereins e.V. (DRV). Die Hundeführer werden zudem geschult in:

  • Karten- und Kompasskunde
  • Einsatztaktik
  • Funkausbildung
  • Sanitätsausbildung
  • Erste Hilfe am Hund
  • Kynologie

Grundsätzlich kann jeder Hund, der den Eignungstest bestanden hat, zum Rettungshund ausgebildet werden, allerdings sollte er ein sicheres Wesen und ein gutes Sozialverhalten haben.